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 Wahl einer Sprachschule

Worauf Sie bei der Wahl einer Sprachschule achten sollten
Seit dem Inkrafttreten der EU, der Globalisierung der Märkte und der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung Südamerikas wächst die Nachfrage von Einzelpersonen und Firmen für Sprachkurse in Spanisch. Entsprechend der Nachfrage ist auch die Anzahl der Sprachschulen gestiegen.

Einige Sprachschulen versprechen in ihrer Werbung eine
schnelle, einfache und vor allem "schmerzlose" Methode: Lernen unnötig. In diesem Artikel möchte ich den Prozess des Sprachenlernens näher beleuchten, damit Sie ein realistisches Bild davon bekommen, was Sie erwartet, wenn Sie wirklich daran interessiert sind, eine Fremdsprache zu lernen. Gleichzeitig erhalten Sie so einige Kritierien, die Ihnen helfen werden, Ihre Sprachschule auszuwählen.

In Latinamerika ist der Sprachunterricht ein relativ junges Geschäft und es kann schwierig sein, herauszufinden, welche Schule am besten für Sie geeignet ist. Gleichzeitig gibt es keine staatliche Qualitätskontrolle des Unterrichtes - wenn also die Schule nicht hält, was siverspricht, ist das Ihr Pech. Vor allem wenn Ihre Zeit Geld wert ist, ist dies schwer zu verdauen.

Ich hoffe, dieser Artikel hilft Ihnen, solche Enttäuschungen zu verhindern und einen erfolgreichen und angenehmen Sprachaufenthalt zu verbringen.

Wie bereits erwähnt, scheint es leider so, dass immer noch Leute auf Werbetricks der Art "Wie lerne ich Französich in einer Woche" hereinfallen. Viele Leute haben die Wichtigkeit von Fremdsprache entdeckt, wollen aber diese Kenntnisse oft schnell, billig und mit möglichst wenig Einsatz erwerben.

Warum sind einige Leute dem Lernen einer Sprache abgeneigt? Zum Teil, weil viele von ihnen zu wenig über Fremdsprachenlernen wissen, außer den schlechten Erfahrungen, die sie in der Schule mit der alten "Grammatik-Übersetzung"-Methode gemacht haben und unter denen die meisten gelitten haben. Sie greifen daher gerne nach Angeboten für eine leichte, einfache Lösung. Wenn dann die teuren falschen Versprechungen fehlschlagen, geben sie ihrer eigenen "Unfähigkeit" die Schuld, anstatt den Personen, die sie ihnen versprochen und verkauft haben.

Der Wille, eine Sprache zu erlernen
Wie jede andere berufliche Fähigkeit, die sie bis jetzt erworben haben, ist auch für das Sprachenlernen Zeit, Motivation, Einsatz, Willen und in gewissem Grad Geld nötig. Wie in jedem anderen Aspekt Ihres Lebens bekommen Sie das, was Sie dafür einsetzen. Sprachdienstleistungen wie z.B. Sprachtraining oder schriftliches oder mündliches Übersetzen sind bemerkenswert günstig im Vergleich zu anderen Dienstleistungen wie Managementtraining oder Consulting. Dies macht es umso erstaunlicher, dass die billigen Einfachmethoden immer noch verkauft werden können.
Wer würde je auf das Angebot eingehen: "Wie Sie in nur 20 Stunden ein Flugzeug mit dem Komfort Ihres Hauses entwerfen können!"? Ich benutze bewusst dieses absurde Beispiel, um herauszustreichen, dass vertiefte Kenntnisse einer Fremdsprache Monate und Jahre des Lernens verlangen, und nicht die Stunden und Wochen, welche Ihnen einige Anbieter vormachen möchten. Wenn es wirklich so einfach wäre, warum sprechen dann 80 Prozent der leitenden Direktoren in den USA immer noch keine Fremdsprache? Warum müssen professionelle Linguisten jahrelang lernen, auch mit Auslandaufenthalten, um ihr Diplom zu erhalten? Warum verbringen Studenten aus Asien, Europa und Lateinamerika Monate in Sprachschulen in den USA und Grossbritannien, um Englisch zu lernen?

Vergessen Sie den schnellen Weg
Da Sie die Fähigkeit und die Motivation besitzen, eine Fremdsprache zu lernen, müssen Sie jetzt nur noch genauso seriös lernen, wie für jedes andere Gebiet wie Architektur, Buchhaltung oder Recht.
Es gibt keine schnelle Lösung. Kurse, Methoden, Lernmaterialien oder Einrichtungen, die schnelle Resultate mit wenig oder keinem Einsatz des Lernenden versprechen, werden sicher nicht den gewünschten Effekt erzielen. Wenn Sie erwarten, eine Fremdsprache mit dem Lesen eines Buches, mit dem Hören einer Kassette oder durch Repetieren von Gehörtem zu lernen, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht werden. Sprachkenntnisse können nicht ohne intensive Interaktion mit einem fliessend Sprechenden (Eltern oder Lehrer) gelernt werden. Dies wird Ihnen jede seriöse Sprachschule oder jeder Sprachlehrer bestätigen.

Sie können keinen "richtigen" Dialog mit einem Buch, einer Kassette oder in einem Sprachlabor führen. Diese Mittel können Ihnen nur vorbereitete Sequenzen von Wörtern und Sätzen bieten, welche Sie nachahmen oder beantworten. Darum sind Sprachlabors - bei Ihrer Einführung in den 60er Jahren hochgelobt - heute nur noch eine von vielen Optionen für Sprachlehrer und Studenten. Unter idealen Bedingungen, mit einem motivierten Lernenden mit Sprachgefühl, können Sprachlabors sehr nützlich sein. Auch Bücher und Kassetten zum Selbststudium können als Ergänzung von Nutzen sein, in Kombination mit einem qualifizierten Lehrer. Aber auf jeden Fall ist keine dieser Optionen ein Ersatz für echte Konversation zwischen zwei oder mehreren Personen.

Lernen in der Sprachregion
Experten und Studenten stimmen überein, dass ein Aufenthalt im Sprachgebiet der effizienteste (und wahrscheinlich auch angenehmste) Weg ist, eine Sprache zu erlernen. Das komplette Eintauchen in Sprache und Kultur im und außerhalb des Klassenzimmers und die Möglichkeit, die erlernten Fähigkeiten sofort in realen Lebenssituationen anzuwenden, bewirken einen schnellen Lernprozess und halten die Motivation des Studenten frisch.

Das Lernen in der Sprachregion bietet den Studenten ein "live" Sprachlabor, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Dies macht viel mehr Spaß und ist sicher weniger stressig, als ein "'Super-Intensivkurs" mit neun Stunden Unterricht täglich, die Hälfte davon mit dem Kopf zwischen Kopfhörern.

Entwicklungen in der interaktiven Multimedia-Informationstechnologie mögen Alternativen fürs Sprachenlernen bieten, die nahe an die Realität (ein Sprachlehrer in direktem Kontakt mit dem Lernenden) herankommen. Bis wir allerdings die künstliche Intelligenz soweit entwickelt haben, dass Personen mit Maschinen in einer vorprogrammierten Sprache kommunizieren können, wird dazu immer noch ein Lehrer aus Fleisch und Blut nötig sein.

Costa Rica ist ein sehr angenehmes Land, um Spanisch zu lernen. Leicht erreichbar von den Flugverkehrsknotenpunkten Europas und den USA, ist es eine sehr besucherfreundliche Reiseziel. Seine offene Bevölkerung, der hohe Lebensstandard, die reiche Kultur und die Naturschönheiten machen es zum idealen Land, um sich aufs Spanischlernen zu konzentrieren.

Checkliste
Jetzt, da Sie über realistische Informationen verfügen, worauf sollten Sie bei einem Sprachkurs achten? Nachfolgend finden Sie eine Checkliste, damit Sie als Einzelperson oder Ausbildungsverantwortlicher einer Firma die verschiedender Sprachschulen vergleichen können:

  • Methodik
    Wird ein moderner, kommunikativer Unterrichtsstil angewendet, mit Schwergewicht auf der praktischen Anwendung, auf allen Stufen, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen?
  • Schulmaterial
    Welches Schulmaterial wird verwendet - bestehendes oder eigenes oder (am besten) eine Kombination von Lehrmitteln, die Ihre Bedürfnisse am besten abdecken?
  • Medien
    Wie werden zusätzliche Medien verwendet, z.B. Audio, Video oder Computer? Diese sind wichtig, weil sie das Training verstärken und den Unterricht abwechslungsreich und interessant gestalten.
  • Professionalität
    Welche Erfahrungen/ Qualifikationen haben die Lehrer? Die wichtigsten Kriterien sind Effizienz und Sprachkenntniss der Lehrer. Am besten ist es, wenn sie einen Universitätsabschluss in modernen Sprachen haben und zusätzlich über Qualifikation als Lehrer sowie Referenzen von anderen etablierten Sprachschulen verfügen.
    Kein Sprachlehrer kann effizient sein ohne genügend Training und Erfahrung. Seien Sie vorsichtig bei Aussagen wie "bei uns arbeiten nur Lehrer mit Spanisch als Muttersprache", das heißt meistens, dass die Sprachlehrer unqualifizierte und unerfahrene Universitätsstudenten oder andere nicht genügend geschulte Personen sind. Der Umstand, eine Sprache perfekt zu sprechen, qualifiziert noch niemanden als guten Lehrer.
  • Qualitätskontrolle
    Fragen Sie nach, ob eine schulinterne Qualitätskontrolle besteht. Wie werden die Lehrer bewertet, gefördert und wie wird das Feedback der Studenten eingeholt?
  • Geschichte
    Wie lange ist die Schule schon tätig? Ist sie Mitglied einer namhaften Schulungsorganisation oder einer Berufsvereinigung? Der Umstand, dass sie bekannt ist, sagt noch nicht alles aus. Informieren Sie sich bei der Handelskammer oder bei einer Organisation mit eigenem Sprachschulungsprogramm. Verlangen Sie Referenzen!
  • Einrichtungen
    Viele Schulen in Entwicklungsländern arbeiten in umgebauten Wohnhäusern und sind schlecht ausgerüstet für eine grosse Anzahl Studenten. Die Qualität der Einrichtung kann unter einem akzeptablen Standard liegen. Eine Lage in einer ruhigen Gegend, mit gut belüfteten, geräumigen und hellen Klassenzimmern ist nicht selbstverständlich. Fragen Sie, ob die Schule kürzlich gebaut oder renoviert hat. Diese Art von Investitionen zeigt, dass in der Schule langfristiges Denken herrscht und reduziert die Chance, dass Sie mit der Katze im Sack kaufen.
  • Lernergebnisse
    Wie wird der Fortschritt der Studenten kontrolliert? Wird nach einem national anerkannten Standard gelehrt (z.B. des American Council on the Teaching of Foreign Languages)?
  • Kompetenz
    Als potenzieller Student oder Ausbildungsverantwortlicher können Sie sich, wie von jedem Anbieter, Ihr eigenes Bild über die Qualität der Organisation machen. Ist sie geschäfts- und marktorientiert, ohne zu versuchen, Sie mit Fachwörtern und Übertreibungen zu blenden? Wie schnell und wie detailiert werden Ihre Fragen beantwortet?

Schlussfolgerung
Vielleicht hat Sie dieser Artikel ein bisschen enttäuscht: Es gibt keinen schnellen Weg. Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel aber auch gezeigt hat, dass Sprachenlernen eine erfolgreiche Erfahrung sein kann, solange Sie sich realistische Ziele setzen, motiviert sind und vor allem die richtige Schule wählen; Sie wissen welche ...


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