|
Das Leben in einer Gastfamilie ist ein wichtiger Teil Ihrer Lernerfahrung in Costa Rica und grundsaetzlich raten wir jedem, sich diese Erfahrung nicht entgehen zu lassen. Manche von Ihnen fragen sich jedoch vielleicht, ob diese Art der Unterkunft das Richtige fuer Sie ist. Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, wie das Leben in einer costaricanischen Gastfamilie ist, haben wir einige unserer Schueler gebeten, uns einen kleinen Erfahrungsbericht zur Verfuegung zu stellen.
Eine fremde Kultur so nah wie moeglich erleben: Schüler berichten ueber ihre Homestay-Erfahrungen
Bevor ich nach Costa Rica kam, hatte ich noch nie fuer einen laengeren Zeitraum bei einer Familie gelebt ausser bei meiner eigenen. Als ich daran dachte, wie schwierig das Zusammenleben mit meiner eigenen Familie manchmal sein kann, wurde ich diesem Abenteuer gegenueber ein Wenig skeptisch. Da ich mir jedoch von meinem Aufenthalt bei ILISA erhoffte, die lateinamerikanische Kultur so intensiv wie moeglich zu erleben und so viel Spanisch wie moeglich zu lernen, entschied ich mich dafuer, doch die grossen Vorteile des Lebens in einer Gastfamilie zu nutzen.
Als ich in Costa Rica ankam, konnte ich gerade einmal "no hablo español" sagen und wirklich nicht viel mehr. Im Flugzeug dachte ich: "Wie merkwuerdig! Eine Fremde, die fuer 8 Wochen meine Mutter sein soll, holt mich vom Flughafen ab und ich habe keine Ahnung, wie ich mit dieser Frau kommunizieren soll.”
Ein Bisschen zoegernd verliess ich den Flughafen in San José, um nach meinen "Tico Eltern" ausschau zu halten, die ein Schild mit meinem Namen drauf hochhielten. Als ich meine Familie gefunden hatte, kam die nächste Herausforderung: ich wollte mich mit ihnen unterhalten. Gut, wir haben nicht gerade tiefgruendige Diskussionen gefuehrt, aber ich konnte ihnen wenigstens erzaehlen, wo ich lebte und dass ich froh war, in Costa Rica zu sein. Meine Gastmutter erzaehlte mir, dass sie mich an meinem ersten Schultag mit dem Bus zu ILISA begleiteten wuerde. Wie aufregend! Mich hatte seit 20 Jahren niemand mehr in die Schule gebracht!
Nach und nach erweiterte sich mein Wortschatz und mein Spanisch wurde langsam fliessender, sodass wir uns ueber immer mehr interessante Themen unterhalten konnten. Meine Gasteltern waren sehr hilfsbereit, halfen mir mit meinen Hausaufgaben und lachten nicht ueber meinen nordamerikanischen Akzent. Als ich eines Abends von einem Tanzkurs bei ILISA zurueckkam (dieses Nachmittagsangebot ist uebrigens ein absolutes Muss!), schob mein Gastvater sogar den Esstisch zur Seite und uebte mit mir ein paar Salsa- und Merengue-Grundschritte!
Durch das Leben in einer Ticofamilie entdeckte ich die vielen kulturellen Unterschiede zwischen Costa Rica und den USA. Ich konnte Gerichte probieren, die ich vorher ueberhaupt nicht kannte, ass viel frisches Obst und Gemuese und bin nun von dem leckeren costaricanischen Kaffee verwoehnt. Ich habe sehr viel von meiner Gastfamilie gelernt und konnte ihnen dafuer auch so Einiges ueber das Leben in den USA erzaehlen. Ich habe definitiv ein anderes Verstaendnis und eine hoehere Wertschaetzung anderen Kulturen gegenueber von meinem Aufenthalt mitgenommen.
Egal, wo meine Reisen, mein Studium oder mein Beruf mich einmal hinfuehren werden, ich bin sicher, dass ich die Hilfe und Geduld meiner Gastfamilie in Costa Rica immer in schoener Erinnerung behalten werde.
Geschrieben von Susan Lanter, Schuelerin an der ILISA im Juni und Juli 1996
Kommentare aus Homestay-Bewertungsbögen
Ich habe mich auf den letzten Druecker angemeldet, aber ihr habt es trotzdem geschafft, mich in einer wundervollen Familie unterzubringen, die meine Erwartungen uebertroffen hat. Das Essen! Ich wünschte, ich könnte Damaris (meine Gastmutter) mit nach Hause nehmen - nicht nur, weil ich mich stets willkommen und sehr gut aufgehoben gefuehlt habe, sondern vor allem, weil sie fantastisch kocht! Ich bin Vegetarierin und hier habe ich besseres Essen in größerer Vielfalt genossen, als das zuhause jemals moeglich waere. Diese Familie ist so glücklich und liebevoll – sie ist ab sofort ein Vorbild fuer mich. Ich komme aus New York und ich kann mir schwer vorstellen, dass es dort eine Familie gibt, die einem Fremden so viel Warmherzigkeit entgegen bringen wuerde.
Holly White
Die Familie ist ausgesprochen fuersorglich, sie sind sehr darauf bedacht, dass ich mich wohlfuehle. Sie akzeptieren mich und meine vielen Fragen und es kommt mir vor, als seien sie alte Freunde. Sie fördern meine Spanischkenntnisse und bemuehen sich darum, dass ich ihre Kultur so gut wie moeglich kennenlerne. Sie sprechen offen mit mir ueber kulturelle Unterschiede. Ich freue mich, bei ihnen zu sein.
Stuart Gilmore
Auszüge aus einem freiwilligen Brief
Ich moechte, dass ILISA weiß, wie sehr ich die Unterbringung in meiner Gastfamilie bisher genossen habe. Ich habe bisher jede Minute bei ihnen genossen und geschaetzt.
Bei dieser Familie ist immer was los – Freunde und Familie schauen jeden Tag vorbei und es herrscht ein Leben wie in einer Grossfamilie. Ich werde in alle Aktivitaeten mit einbezogen und ich merke, welch wertvolle kulturelle Erfahrungen ich hier jeden Tag sammle.
Ich könnte nicht glücklicher sein mit dieser ganzen Erfahrung. Die Familie ist großartig!
Michaela Wyman

home - homestay
- students discuss homestays
|